Primitive? Zivilisation?
Primitivität (latein. primitivus „der Erste in seiner Art“) ist eine
Bezeichnung für besondere Einfachheit.[1] Im sozialen Zusammenhang steht primitiv für einen empfundenen Mangel an Zivilisiertheit, oder auf eine Person bezogen für geringe Intelligenz. (Quelle:
Wikipedia)
Die
sich selbst so nennende zivilisierte, moderne Gesellschaft maßt es sich an,
Menschen, welche nicht ihren Vorstellungen oder Lebensweisen entsprechen, als
primitiv zu bezeichnen. Wild, ungehobelt, schlecht, unpassend, nichts wert,
sind ein paar der noch „freundlichen“ Bezeichnungen.
Damit
sind oft auch Menschen gemeint, die in der sogenannter „dritten Welt“ leben.
Als Dritte Welt wurden ursprünglich die blockfreien Staaten bezeichnet, die sich im Ost-West-Konflikt des Kalten Krieges weder der Ersten Welt noch der Zweiten Welt zuordnen ließen.
Mit dem Ende des Kalten Krieges
und des Ost-West-Konflikts wandelte sich die Bedeutung des Begriffs Dritte
Welt von der
ursprünglichen Blockfreiheit der bezeichneten Staaten hin zum Synonym für Entwicklungsland. (Quelle: Wikipedia)
Auch
dies eine Anmaßung, Menschen, die nicht den Vorstellungen der sogenannten
zivilisierten Gesellschaft entsprechen, als in einem Entwicklungsland lebend zu
bezeichnen.
Oder
auch Menschen, die nicht dem „Allgemeinbild“, dem „Normalen“ entsprechen. (Wer
definiert eigentlich „normal“?)
Ich
weiß nicht, was primitiver ist, in der Einfachheit zu leben, sich mit der Natur
und Mutter Erde zu arrangieren?
Oder:
Ist es
zivilisiert, darüber zu diskutieren, dass Giftgas-Angriffe verboten sind, aber
im gleichen Atemzug doch daran zu denken bzw. dies gar nicht in Frage zu
stellen, dass „normale“ Bomben und Waffen erlaubt seien? Bomben, die doch
genauso Leben zerstören. Die verletzen, Familien auseinander reißen. Lebensräume
zerstören?
Was ist
schlimmer? An einem Giftgas—Angriff zu sterben oder elendig zu ersticken, weil
die Lunge zerfetzt ist oder man aufgrund seiner Verletzung einer „normal,
erlaubten Waffe“ langsam verblutet? Soll das ein Unterschied sein in der
„zivilisierten“, „nicht-primitiven“ Welt und Gesellschaft?
Ist es
zivilisiert, wenn man Tiere und Menschen ausbeutet, die Umwelt vergiftet mit
Pestiziden? Der Natur und den Tieren den Lebensraum zu nehmen, auch Menschen
den Lebensraum zu nehmen. Sich dann aber hinzustellen und zu behaupten, dass
Tiere in „unseren Lebensraum eindringen“? Dass Menschen, die als „primitiv“
bezeichnet werden, in „unseren Lebensraum eindringen“?
Ist es
zivilisiert, dass zivilisierte Menschen nicht mehr auf „den Nächsten“ schauen?
Dass zivilisierte Menschen oft nur noch den Konsum sehen, was wiederum die
Ausbeutung fördert?
Ist es
zivilisiert, die Natur und Umwelt nicht zu achten? Menschen und Tiere auf
grausamste Weise zu quälen? Keine Achtung, keinen Respekt zu empfinden und zu
leben?
Immer
schneller, immer mehr, immer höher, immer weiter, immer größer……
Zivilisiert
oder primitiv? Weil es doch nur noch um Geld geht?
Ich
glaube, dass den Menschen leider oft nicht mehr bewusst ist, was überhaupt
Respekt, Zivilisation, Liebe und Achtung vor dem Leben und allem bedeutet.
Ich
glaube, dass den Menschen oft nicht mehr bewusst ist, wie sie ihren eigenen
Lebensraum im wahrsten Sinne des Wortes „mit Füßen treten“ – ohne Rücksicht auf
„Verluste“, egal welcher Art.
Ich
glaube, dass Menschen nicht bewusst ist, dass wir nur diese eine Erde haben,
dass auch diese eine Erde irgendwann nichts mehr haben wird, was der Mensch als
Grundlage für sein Leben benötigt:
Wasser,
Luft und Erde – „einfach“ die Natur und die Umwelt.
Auch
wenn es so scheint, auch dies kann „endlich“ sein. Sollte der Mensch, der
zivilisierte Mensch, so weiter machen, wird alles irgendwann „krank“ sein.
Unsere
Mutter Erde ist es heute schon, nur wollen es einige nicht wirklich wahrhaben.
Dann
wird vielleicht versucht werden, die Krankheit zu behandeln.
Aber
das ist wie bei den Erkrankungen oft der Menschen: es wird nicht die Ursache
angegangen, behoben. Es werden „nur“ die Symptome behandelt. Und das führt oft
nicht zu dem Erfolg, den es bringen soll.
Ich
glaube aber auch, und das beobachte ich auch, dass die Menschen langsam wach
werden und ein langsamer Wandel sich abzeichnet. In die Richtung „Einfachheit“
(von manchen eben auch primitiv genannt). In Richtung der Behandlung der
Symptome.
In die Richtung
des Respekts und der Achtung von Leben aller Art auf unserer Erde.
Leben, das
gelebt werden will um zu leben.
12.04.2017
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