Mittwoch, 12. April 2017

Gastbeitrag von Georgine Nitsch

Primitive? Zivilisation?
Primitivität (latein. primitivus „der Erste in seiner Art“) ist eine Bezeichnung für besondere Einfachheit.[1] Im sozialen Zusammenhang steht primitiv für einen empfundenen Mangel an Zivilisiertheit, oder auf eine Person bezogen für geringe Intelligenz. (Quelle: Wikipedia)
Die sich selbst so nennende zivilisierte, moderne Gesellschaft maßt es sich an, Menschen, welche nicht ihren Vorstellungen oder Lebensweisen entsprechen, als primitiv zu bezeichnen. Wild, ungehobelt, schlecht, unpassend, nichts wert, sind ein paar der noch „freundlichen“ Bezeichnungen.
Damit sind oft auch Menschen gemeint, die in der sogenannter „dritten Welt“ leben.
Als Dritte Welt wurden ursprünglich die blockfreien Staaten bezeichnet, die sich im Ost-West-Konflikt des Kalten Krieges weder der Ersten Welt noch der Zweiten Welt zuordnen ließen.
Mit dem Ende des Kalten Krieges und des Ost-West-Konflikts wandelte sich die Bedeutung des Begriffs Dritte Welt von der ursprünglichen Blockfreiheit der bezeichneten Staaten hin zum Synonym für Entwicklungsland. (Quelle: Wikipedia)

Auch dies eine Anmaßung, Menschen, die nicht den Vorstellungen der sogenannten zivilisierten Gesellschaft entsprechen, als in einem Entwicklungsland lebend zu bezeichnen.
Oder auch Menschen, die nicht dem „Allgemeinbild“, dem „Normalen“ entsprechen. (Wer definiert eigentlich „normal“?)
Ich weiß nicht, was primitiver ist, in der Einfachheit zu leben, sich mit der Natur und Mutter Erde zu arrangieren?
Oder:
Ist es zivilisiert, darüber zu diskutieren, dass Giftgas-Angriffe verboten sind, aber im gleichen Atemzug doch daran zu denken bzw. dies gar nicht in Frage zu stellen, dass „normale“ Bomben und Waffen erlaubt seien? Bomben, die doch genauso Leben zerstören. Die verletzen, Familien auseinander reißen. Lebensräume zerstören?
Was ist schlimmer? An einem Giftgas—Angriff zu sterben oder elendig zu ersticken, weil die Lunge zerfetzt ist oder man aufgrund seiner Verletzung einer „normal, erlaubten Waffe“ langsam verblutet? Soll das ein Unterschied sein in der „zivilisierten“, „nicht-primitiven“ Welt und Gesellschaft?
Ist es zivilisiert, wenn man Tiere und Menschen ausbeutet, die Umwelt vergiftet mit Pestiziden? Der Natur und den Tieren den Lebensraum zu nehmen, auch Menschen den Lebensraum zu nehmen. Sich dann aber hinzustellen und zu behaupten, dass Tiere in „unseren Lebensraum eindringen“? Dass Menschen, die als „primitiv“ bezeichnet werden, in „unseren Lebensraum eindringen“?
Ist es zivilisiert, dass zivilisierte Menschen nicht mehr auf „den Nächsten“ schauen? Dass zivilisierte Menschen oft nur noch den Konsum sehen, was wiederum die Ausbeutung fördert?
Ist es zivilisiert, die Natur und Umwelt nicht zu achten? Menschen und Tiere auf grausamste Weise zu quälen? Keine Achtung, keinen Respekt zu empfinden und zu leben?
Immer schneller, immer mehr, immer höher, immer weiter, immer größer……
Zivilisiert oder primitiv? Weil es doch nur noch um Geld geht?
Ich glaube, dass den Menschen leider oft nicht mehr bewusst ist, was überhaupt Respekt, Zivilisation, Liebe und Achtung vor dem Leben und allem bedeutet.
Ich glaube, dass den Menschen oft nicht mehr bewusst ist, wie sie ihren eigenen Lebensraum im wahrsten Sinne des Wortes „mit Füßen treten“ – ohne Rücksicht auf „Verluste“, egal welcher Art.
Ich glaube, dass Menschen nicht bewusst ist, dass wir nur diese eine Erde haben, dass auch diese eine Erde irgendwann nichts mehr haben wird, was der Mensch als Grundlage für sein Leben benötigt:
Wasser, Luft und Erde – „einfach“ die Natur und die Umwelt.
Auch wenn es so scheint, auch dies kann „endlich“ sein. Sollte der Mensch, der zivilisierte Mensch, so weiter machen, wird alles irgendwann „krank“ sein.
Unsere Mutter Erde ist es heute schon, nur wollen es einige nicht wirklich wahrhaben.
Dann wird vielleicht versucht werden, die Krankheit zu behandeln.
Aber das ist wie bei den Erkrankungen oft der Menschen: es wird nicht die Ursache angegangen, behoben. Es werden „nur“ die Symptome behandelt. Und das führt oft nicht zu dem Erfolg, den es bringen soll.
Ich glaube aber auch, und das beobachte ich auch, dass die Menschen langsam wach werden und ein langsamer Wandel sich abzeichnet. In die Richtung „Einfachheit“ (von manchen eben auch primitiv genannt). In Richtung der Behandlung der Symptome.
In die Richtung des Respekts und der Achtung von Leben aller Art auf unserer Erde.
Leben, das gelebt werden will um zu leben.

12.04.2017

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