Montag, 22. Juni 2026

Weihnachten wie es bald sein wird

 

Ein Blick in die Zukunft: Weihnachten wie es einmal sein wird

 

Weil wir jedes Jahr ein wenig mehr Klimaverschiebung haben, und so manche Branche, die Winterkleidung, Winterreifen und dergleichen herstellt leidet.

Weil die Ski- und die Schlitten immer mehr in den Hintergrund treten. Weil es so trocken ist, dass bald nichts mehr grün wird.

Deswegen habe ich mir ein wenig Gedanken über die Zukunft der Adventszeit, und generell über das Weihnachtsfest gemacht. Was für ein Gefühl wird es werden? Wie romantisch und stimmungsvoll werden wir das Fest der Liebe erleben?

Hier mein Tagebuch dazu. Ich wünsche viel Spaß!


Bitte runter scrollen. Danke.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.   Dezember

 

Trotz der Lebkuchen und Spekulatius, die seit August in den Supermärkten herumliegen, hat sich noch keine weihnachtliche Stimmung eingestellt. Der Winter lässt sich Zeit. Die Sonne scheint sehr freundlich, trotz der kurzen Tage.

Im Garten blühen die Rosen, und vorhin habe ich an meinem Flieder zarte Knospen entdeckt. Egal. Ich hänge Lametta dran. Das flattert so schön im warmen Südwind.

 

2.   Dezember

Ein Saharasturm ist angekündigt. Das bedeutet, dass wir das Auto wieder vom Sand befreien müssen. Kein Problem. Ich verwende den Besen mit dem ich üblicherweise den Schnee entferne, und den Eiskratzer kann man gut als Teigschaber einsetzen.

 

3.   Dezember

Der heutige Spaziergang war besonders schön. Im Wald, da balzen die Vögel, und sind schon eifrig am Nest bauen. Wieso habe ich nur die 25 Kilo Vogelfutter gekauft? Das war so unnötig. Denn es fliegen genügend Mücken herum, die sich ihrerseits ihre Nahrung bei uns Menschen suchen. Hoffentlich sind keine Tigermücken dabei…

Übrigens sind manche Vögel auf andere Kontinente ausgeflogen. Vielleicht ist es dort angenehmer.

 

4.   Dezember

Im Radio wurde nun wiederholt „Leise rieselt der Schnee“ gespielt. Wegen der Weihnachtsstimmung, wie der arrogante Sprecher meinte. Ich war etwas ungehalten darüber, weil ich gerade aus der Eisdiele kam, und eigentlich besorgt bin, dass ich mir einen Sonnenbrand zugezogen habe.

 

 

 

 

 

 

5.   Dezember

 

Im Fernsehen zeigen sie zurzeit Sendungen aus den 1950ern und 1960ern. Natürlich, um die Stimmung für Weihnachten zu erzeugen. Denn damals gab es noch Schnee und Kälte, und die Menschen hatten dicke Jacken, Mützen, Schals und Winterstiefel.

Aber bitte! Wer braucht schon Schnee und Kälte? Man spart extrem an Heizkosten. Im Grunde genommen heizen wir ohnehin nicht. Dafür brauchen wir nun Ventilatoren…

 

6.   Dezember

 

Heute war der Nikolaus da! Er trug kurze Hosen und ein Hawaiihemd. Der Schweiß lief ihm unter dem falschen Bart hervor, und nach der Geschenkeübergabe wollte er unbedingt ein kaltes Bier. Also wo kämen wir denn da hin, wenn der Nikolaus Bier tränke? So etwas hätte es früher nie gegeben.

 

7.   Dezember

 

Hatte Streit mit meinem Mann. Er fand, dass die Kerzen und Teelichter, die ich wegen der Adventsstimmung angezündet hatte, zu viel Hitze abgeben. So ein Weichei! Er war ganz rot im Gesicht, und es erinnerte mich irgendwie an eine glänzende Christbaumkugel. Jedenfalls hat er das ganze Zeug zusammengerafft und in den Müll geworfen. Wo soll jetzt bitteschön die Romantik herkommen?

 

8.   Dezember

 

Soll ich Weihnachtsplätzchen backen? Aber welche? Vielleicht Kokosmakronen? Die würden gut zu der eisgekühlten Pina-Colada passen. Kann man schön auf der Terrasse servieren. Mein Mann möchte am Heiligabend nämlich grillen. Zum Glück konnte ich ihm das mit der gegrillten Gans noch ausreden. Und überhaupt! Wer putzt den hinterher wieder den vermaledeiten Grill?

 

 

 

 

 

 

9.   Dezember

Unser Sohn möchte als Weihnachtsbaum eine Palme!

Das geht doch nicht! Wo soll ich dann meine teuren Christbaumkugeln aufhängen? Und was ist mit der Beleuchtung? Die echten Kerzen kann man da nicht anklemmen, und die elektrischen Lichter würden doch albern aussehen, oder?

Es ist ja schon schlimm genug, dass mein Mann dauernd von einem neuen Grill redet. Einen Gasgrill, oder einen Elektrogrill, weil es keine Holzkohle mehr gibt, wegen der Klimakatastrophe.

Allmählich verliere ich die Geduld!

 

10.      Dezember

Der Nachbar von gegenüber ist ein ganz Schlauer. Er sprüht gerade Kunstschnee über seine vom Buchsbaumzünsler zerfressenen Buchsbäume. Ich kann nicht sagen, ob das gegen diese Plage sein soll, oder ob es ihm um die nicht vorhandene Weihnachtsstimmung geht. Mir hilft es leider nicht, und das Zeug stinkt wie ungewaschene Socken.

 

11.      Dezember

Wenigstens können wir die Beleuchtung auf der Terrasse mit Solar betreiben. Strom sparen ist in diesen Zeiten sehr wichtig. Denn trotz der ganzen Solarkraftwerke und Windräder ist der Strompreis um das Doppelte gestiegen. Warum, das hat man nicht so wirklich erklären können.

Mir ist gar nicht weihnachtlich zumute. Ich hoffe, dass sich dieses Gefühl noch einstellt. In meiner Not sehe ich mir Sendungen über „Weihnachten wie früher“ an.

 

 

 

 

 

12.      Dezember

Habe gerade zehn Sprühdosen mit Kunstschnee gekauft. Ich will jetzt endlich Winter-Feeling!

Der Nachbar hat seinen Rasen mittlerweile mit Kalkfarbe angemalt. Dann erzählt er mir doch glatt, dass ich schon wegen dem Eindruck für vorbeilaufende Passanten, die Pflicht habe, dass unsere Straße weihnachtlich wirkt.

Das, so sagt er, ist Bürgerpflicht!

So ein Depp.

 

 

13.      Dezember

 

Es ist natürlich kein Trost, wenn jemand behauptet, dass es früher schon grüne Weihnachten gegeben hat, und man im Dezember Temperaturen wie im Sommer genießen darf.

Nicht, wenn es draußen 30°C hat, nicht wenn man Sonnenschutzcreme mit LSF 50 benötigt.

Jedes Mal, wenn im Fernsehen Schnee gezeigt wird, muss ich so sehr weinen. Meinen Mann nervt das und geht dann in die Garage, denn im Garten kann man es leider nicht aushalten. Es staubt so, wenn man über den vertrockneten Rasen geht. Aber es gibt ja keine Klimakatastrophe. Nein, überhaupt nicht. Hat die Tussi im Fernsehen behauptet. Von so einem seltsamen Verein, der sich „Partei“ nennt…

 

 

14.      Dezember

 

Oh weh! Der Nachbar ist im Krankenhaus. Hat sich mit seinem Kunstschnee und der Kalkfarbe eine Vergiftung zugezogen. Dabei habe ich ihm gesagt, er soll es nicht so übertreiben.

Hab ihm eine Kühltasche mit Eis gebracht. Der hat sich gefreut wie ein Schnitzel. Aber das Fest der Liebe rückt heran, das hat mich ein wenig sentimental und mitleidig gemacht. Er kann ja nichts dafür, dass er ein Depp ist.

 

 

 

 

 

 

 

15.      Dezember

 

Die Weihnachtsbeleuchtung auf der Terrasse hat ihren Geist aufgegeben. Der Elektriker meint, dass dies an der Hitze liegt. Dafür seien diese Dinge nicht geeignet. Dann hat er uns ein Gebläse verkauft, damit der Trafo gekühlt werden kann. Ganz schön teuer das Zeug.

Ist ja auch egal. Ich brauche diesen Winter ohnehin keine neue Winterjacke. Stattdessen lauf ich nur noch im Bikini herum.

 

16.      Dezember

 

Meine Freundin fliegt auf die Malediven. Nicht wegen des warmen Wetters dort, sondern wegen der Hitze hier. Macht Sinn.

Allerdings hat sie sich heute Nacht gemeldet und verkündet, dass die Malediven überschwemmt sind und sie irgendwo auf einem Berg sitzt. Wo, das konnte sie mir leider nicht sagen. Naja, wenigstens ist sie in Sicherheit. Hoffe ich jedenfalls.

 

17.      Dezember

          

Wieso gibt es noch Schneeschaufeln zu kaufen? Sicher. Sie sind im Sonderangebot. Aber sollen wir damit vielleicht den Saharastaub wegschaufeln? Könnte Sinn machen. Aber der Sand ist so fein, dass er nicht auf einer Schaufel bleibt, und nass machen können wir den auch nicht. Das Wasser ist so teuer!

Als ich den Kindern die Weihnachtsplätzen vorsetzte erntete ich sehr seltsame Blicke. Jetzt kann ich das ganze Zeug in den Müll werfen. Dabei hab ich so geschwitzt bei der Backerei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

18.      Dezember

 

Heut war ich mit einer Freundin auf dem Weihnachtsmarkt. Ein total Verrückter hat dort tatsächlich Glühwein angeboten. Die Leute haben den Geruch nicht vertragen und mit dem Mann eine Rauferei angefangen. Der wehrte sich natürlich, und das Resultat war, dass die Polizei einschreiten musste, und vier Personen ins Krankenhaus gebracht wurden.

Was muss der auch auf dem Christkindlmarkt Glühwein verkaufen? Heutzutage trinkt man dort Bier, oder für die Schickimickis kühle Drinks, wie Hugo oder Caipiriniha.

Die Hitze macht alle ganz wuschi.

 

19.      Dezember

 

Mein Mann überwacht gerade den Einbau der Klimaanlage. Es muss einfach sein. Wir können nicht mehr schlafen, es hat 30°C im Schlafzimmer und für Heiligabend wurde schon wieder ein Sandsturm angekündigt. Der kommt aus der Sahara. Dort droht in nächster Zeit übrigens ein Schneesturm. Die armen Kamele…

 

20.      Dezember

 

Es geht nicht! Es geht wirklich nicht! Ich kann nicht bei dem Krippenspiel mitmachen und eine grantige Herbergswirtin spielen. Die soll doch einen dicken Pullover anhaben und eine Mütze noch dazu! Mein Mann, der die Rolle es Josefs hat, wird definitiv nicht dabei sein, denn sein Sonnenbrand hat sich verschlimmert. Sieht scheußlich aus. Make-up geht auch nicht, weil es bei der Hitze davonlaufen würde.

 

21.      Dezember

 

Mir ist so heiß. Der Strom ist ausgefallen. Weder Klimaanlage noch Weihnachtbeleuchtung funktionieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

22.      Dezember

 

Meine Mutter kommt von Mallorca zurück. Es war ihr dort zu kalt. Zum Glück ist der Strom wieder da. Dann gibt es an Heiligabend eine schöne, leckere Eistorte.

 

23.      Dezember

 

Meine Mutter besteht darauf, dass wir für Heiligabend „Stille Nacht“ üben. Es soll doch romantisch sein. Sie hat noch einen Weihnachtsbaum ergattert. Allerdings nadelt das verflixte Ding, und ich komme mit lauter Staubsaugen nicht hinterher.

Die Kinder wollen nicht singen, mein Mann kann nicht singen, und ich bin kurz davor zu schreien.

Mutter ist das egal. Sie will ein traditionelles Weihnachtsfest und keine Terrassenparty, wie sie es nannte.

 

24.      Dezember

 

Jetzt sitzen wir, samt Mutter, im Keller und essen die Eistorte. Draußen herrscht eine Bruthitze von 45°C. Sogar das Lametta am Flieder ist geschmolzen.

Im Radio läuft „Leise rieselt der Schnee“. Das ist gut, so müssen wir nicht singen.

Ich glaub ich werde Eisverkäuferin. Das ist ein krisensicherer Job.

 

Fröhliche Weihnachten, Euch allen.

 

Debora

 

 

 

 

 

 

 

 

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